Der Zweite Weltkrieg brachte große Innovationen im Bereich der Waffentechnik hervor, aber auch große Absurditäten.
Eine der bemerkenswertesten Kanonen war die gewaltige deutsche „Schwerer Gustav“, die 1941 gebaut wurde und von der nur zwei Exemplare fertiggestellt wurden. Dieses Geschütz, das größte jemals gebaute, wurde 1937 von der deutschen Firma Krupp entworfen, die über eine lange Tradition und umfassende Erfahrung im Kanonenbau verfügte. Ursprünglich für den Frankreichfeldzug vorgesehen, um die Maginot-Linie zu zerstören, waren diese Kanonen bis dahin noch nicht einsatzbereit und wurden schließlich beim deutschen Überfall auf die Sowjetunion 1941 eingesetzt. Die erste „Schwerer Gustav“ wurde 1942 bei der Belagerung von Sewastopol (Krim) gegen befestigte Ziele verwendet. Die zweite Kanone, die den Namen „Dora“ trug, kam in der Schlacht um Stalingrad zum Einsatz.
Die Aufstellung dieser Kanonen gestaltete sich aufgrund ihrer enormen Größe äußerst komplex: Die Anlage maß 47,3 Meter in der Länge, 7,1 Meter in der Breite und 11,6 Meter in der Höhe und wog 1.350 Tonnen. Das Kanonenrohr war 32,5 Meter lang und hatte ein Kaliber von 80 cm. Es konnte panzerbrechende oder hochexplosive Geschosse verschießen. Unter normalen Bedingungen lag die Feuerrate der Kanone bei einem Schuss alle 30 Minuten, tatsächlich wurden jedoch an einem einzigen Tag bis zu 16 Schüsse abgegeben.
Obwohl die Prognosen optimistisch waren, betrug die Lebensdauer des Geschützrohrs aufgrund des enormen Verschleißes durch die Detonation der Treibladungen für die großen Geschosse nur 100 Schuss. Der erste Schwere Gustav feuerte lediglich 47 Schuss ab. Der zweite kam nie zum Einsatz und wurde im März 1943 eingelagert. Sowohl seine Aufstellung als auch sein Betrieb waren äußerst umständlich und komplex. Es handelte sich um eine sehr teure Waffe, die in der Luftfahrt bereits veraltet war, was ihren Einsatz zusätzlich erschwerte, da sie aufgrund ihrer Größe ein leichtes Ziel darstellte. Heute ist keines dieser Geschütze mehr intakt.
Letzten Sonntag veröffentlichte Blue Paw Print ein hervorragendes Video, das detailliert zeigt, wie der Schwere Gustav aussah und wie er funktionierte. Das Video ist von hoher Qualität und zeigt den gesamten komplexen Feuervorgang dieser kolossalen Artilleriegeschütze (das Video ist auf Englisch, hat aber eine spanische Tonspur; diese kann in der unteren Leiste des Players aktiviert werden):
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Hauptbild: Blue Paw Print.
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