Beinhaltet neue, komfortablere und robustere Einzelzelte

Das modulare Zeltsystem der Bundeswehr soll die „Dackelgarage“ ersetzen

EspEng 16·1·2025 · 21:14 0

Der Schutz der Soldaten vor den Elementen war für viele Armeen schon seit der Antike eine Herausforderung.

Die Verwendung von Zelten in Armeen reicht bis in die Antike zurück. Die Römer nutzten Lederzelte, um ihre Soldaten während ihrer Feldzüge unterzubringen, während die amerikanischen Ureinwohner kegelförmige Zelte (Tipis genannt) aus Bisonhaut verwendeten. Die zivile Nutzung von Zelten ist seit Jahren weit verbreitet, wobei zwei Modelle besonders beliebt sind: das kanadische Zelt (mit Satteldach) und das sechseckige Iglu-Zelt.

Im Jahr 2021 startete die Bundeswehr ein Programm zur Ausstattung mit 19.000 neuen Zelten nach einem modularen System. Die Bundeswehr hat heute ein interessantes Video veröffentlicht, das die Funktionsweise dieses Systems zeigt:

Die Bundeswehr begann 2022 mit der Nutzung dieser Zelte. Die ersten 2.500 Systeme wurden an ihre Taktischen Einsatzgruppen (VJTFs) verteilt und später auch an andere Einheiten ausgerüstet. Ein bisher weit verbreiteter Zelttyp der Bundeswehr war die sogenannte „Dackelgarage“

Die Dackelgarage wird von der Bundeswehr weiterhin genutzt, jedoch durch neue Ein-Personen-Zelte ersetzt, die komfortabler und robuster sind und dem zivilen Standard entsprechen. Der Hauptvorteil gegenüber der Dackelgarage besteht darin, dass das neue Zelt eine bessere Isolierung vom Boden und eine bessere Belüftung bietet sowie zusätzlichen Platz für einen Rucksack und weitere Ausrüstung. Oberstleutnant Carsten Kai Schulke betonte: Das Ein-Personen-Zelt hielt selbst Windgeschwindigkeiten von 110 Stundenkilometern unbeschadet stand.

Eine weitere Neuerung des neuen Zeltsystems der Bundeswehr ist, dass den Soldaten nun Liegen zur Verfügung stehen. Diese werden in die einzelnen Zelte gestellt und sorgen so für eine bessere Isolierung vom Boden. In einem Land, in dem es so viele Monate im Jahr schneit, sind diese Liegen sehr willkommen.

Eine weitere wesentliche Neuerung ist die Modularität der Einzelzelte. So können vier Zelte zu einer gemeinsamen Unterkunft zusammengefügt werden. So können sich zwei Teams beispielsweise zum Abendessen einen gemeinsamen, vor Regen und Schnee geschützten Raum teilen. Dieser zentrale Raum kann bei Einsätzen in extremen Temperaturumgebungen auch zur Unterbringung von Kühl- oder Heizgeräten genutzt werden. Die Bundeswehr muss dadurch nicht mehr ständig auf ihre Einheitszelte des Typs II zurückgreifen, die bisher per LKW transportiert und mit einem Gabelstapler entladen werden mussten.

Zu dieser neuen Bundeswehrausstattung gehören ein Klapptisch und Hocker für das zusätzliche Wohnmodul, das vier einzelne Zelte miteinander verbindet.

Neben diesen Neuerungen in den Feldunterkünften hat die Bundeswehr auch ihre zentrale Verpflegungseinheit mit neuem Kochgeschirr und neuen Wasserflaschen modernisiert.

Abschließend umfasst die Sanierung der Bundeswehrzelte ein Basis-Hygiene- und Sanitärmodul mit Trockentoilette, damit die Soldaten ihre Notdurft nicht im Freien verrichten müssen, sowie einen neuen Abfallsammelblock.

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Fotos: Bundeswehr / KÄRCHER Futuretech GmbH.

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